Alte Hardware einsetzen

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Nur weil ein Rechner für den ursprünglichen Zweck nicht mehr schnell genug oder nicht mehr optimal geeignet ist, muß man ihn nicht gleich wegschmeißen. Es gibt viele Möglichkeiten, alte Rechner anderwertig weiterzuverwenden...

Router

Macht einen *DSL, ISDN, Modem Internet-Zugang für mehrere PCs zugänglich. Für den Ein-Disketten-Router fli4l braucht man nicht einmal eine Festplatte, der Rechner bootet das Linux direkt von einer 3,5"-Diskette - Mit Schreibschutz auf der Diskette können auch keine Schadprogramme wie z.B. sog. Root-Kits auf den Router gelangen. fli4l kann aber über's Netzwerk weitere, nicht auf der Diskette platzhabende Module nachladen, z.B. einen Webserver.

Alte Laptops als Router

Alte Laptops, die meist nur wegen ausgelutschen oder kaputten Akkus oder einem Bildschirm mit vielen Pixelfehlern weggeschmissen werden, eignen sich hierfür besonders gut, da sie im Vergleich zu normalen Rechnern deutlich weniger Strom verbrauchen, was gerade bei 24h am Tag laufenden Routern auch preislich angenehm ist.

Wieviel Rechnenleistung braucht so ein Router?

Als Hausnummer für die benötigte Leistung eines Routers kann man folgendes annehmen:

  • Für eine ISDN-Leitung reicht im Normalfall ein schnellerer 486er (50 MHz und mehr) gut aus.
  • Für eine 1-MBit-DSL-Leitung ist ein Pentium I mit 90 MHz ausreichend.

Heimserver

Etwas größer als fli4l und von Festplatte bootend ist eisfair, das aus einem alten PC einen pflegeleichten Heimserver macht.

Die Computerzetschrift c't hatte in Ausgabe 4/2005 den für kleine Server gedachten c't-Debian-Server auf CD beigelegt, welcher auch als kombinierter Server und Firewall betrieben werden kann. (Dieser Betrieb braucht zwar recht viel Arbeitsspeicher, aber dieser ist in der Zwischenzeit oft auch für alte Rechner günstig in größeren Mengen zu bekommen.) Das ISO-Image zum selbstbrennen einer Installations-CD kann auch aus dem Internet herunterladen.

Desktop

Auch als Desktop lassen sich alte Rechner oft noch einsetzen, beispielsweise als Surfstation für Gäste, als stilgerechtes Gerät zum Spielen alter Spiele-Klassiker oder aber auch für einfachere Büroanwendungen.

Die Linux-Distribution Desktop Light Linux (kurz Deli Linux) ist eine aktuelle Distribution, die speziell auf Rechner in der Größenordnung von 386er bis Pentium 1 zugeschnitten ist: Der Kernel unterstütz noch viele alte Hardware, die bei moderneren Distributionen gar nicht mehr unterstützt wird, die mitgelieferten Anwendungen sind allesamt recht ressourcensparend und kompakt und auch die mitgelieferten Desktop-Oberflächen sind keine Speicherfresser wie die heute üblichen Desktop-Umgebungen KDE und GNOME. Trotzdem ist alles dabei, was man auf einem Desktop erwartet: E-Mail-Programme, Bildbetrachter, Webbrowser, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, etc.

Gut für alte Rechner mit Linux oder anderen Unix-Derivaten geeignete Sammlung von Büro-Programmen ("Office-Programmen") ist Siag Office. Es läuft zwar gemächlich aber problemlos auf einem 486er mit 12 MB RAM und Deli Linux.

Alten Rechner als Thin-Client / Terminal nutzen

Oft kann man einen alten Rechner auch dadurch wieder brauchbar machen, indem man die eigentlichen Anwendungen auf einem neueren Rechner mit mehr Rechenleistung, Arbeitsspeicher, Festplattenspeicher, etc. laufen läßt, aber auf dem alten Rechner anzeigt und bedient, den alten Rechner sozusagen nur als Terminal benutzt.

Möglichkeiten dazu gibt es viele:

  • Windows bietet in einigen Versionen (XP, 2000, 2003) einen sog. Remote-Desktop an, bei dem bis auf unter Windows XP auch mehr als eine Person gleichzeitig arbeiten können, ohne zusätzliche Lizenzen teilweise bis zu zwei Benutzer
  • Unter Linux und anderen Unix-Derivaten sowie durch Zusatzprogramme ("X-Server") lassen sich grafische Anwendungen für X auch problemlos auf einem anderen Rechner im LAN anzeigen. Mit der moderneren NX-Terminal-Technologie geht das auch gut über das Internet.
  • Für viele grafischen Oberflächen (Windows, X, etc.) erhältlich sind Server- und Client-Programme für das VNC-Protokoll.

Alle der genannten Methoden lassen sich zusätzlich durch einen sog. SSH-Tunnel auch durch einen Verschlüsselung absichern.

Burnstation

Dieses Projekt ist gerade in der Entstehung: Ein Kiosk-System, in Bibliotheken, Bildungseinrichtungen etc.. an dem man freie Musik, Videos und Software nach Bedarf auf CD brennen kann. Mittels joypad oder tastatur kann man durch die Verzeichnisse navigieren und probehören, bzw. Vorschaubilder sehen. Was gefällt nimmt man in die playlist auf und kann es dann anschliessend auf CD Brennen oder auf einen USB Stick speichern. Auch Linux- und Freie-Software CDs können auf diesem Weg unter die Leute gebracht werden. Hardware: CD-Brenner, große Festplatte, ca. 300Mhz Rechner, Netzanbindung nützlich.

Radiobox

Alle Radiosendungen aufnehmen, die einen interessieren und diese dann, wann immer man Zeit & Lust hat anhören bzw. auf dem MP3-Player mitnehmen? Sein eigenes Radio on Demand kann man mit alter Computer-Hardware relativ einfach mit einer Radiobox realisieren.

Andere Betriebssysteme kennenlernen

Eine gute Möglichkeit, seinen gerade abgelösten Rechner weiterzuverwenden, ist, ihn zu nutzen um mal ein anderes Betriebssystem (z.B. Linux statt Windows, ein BSD statt Linux oder mal etwas exotischeres wie ReactOS, Syllable, den DOS-Ersatz FreeDOS, den BeOS-Nachfolger haiku oder SkyOS) kennenzulernen ohne, daß man groß durch Rumspielen etwas an der Hardware oder vorhandenen Installtionen kaputt machen kann. Außerdem laufen Betriebssysteme wie Linux oder FreeBSD oft deutlich schneller auf alten Rechnern als z.B. Windows.

Webserver

Auch der Upcycling.org Server läuft auf z.T. schon älterer Hardware. Näheres wenn der Server dann richtig online ist.

Siehe auch

Links