Traumschule/Aktionsplattform

Aus Selbstorga-Wiki
(Weitergeleitet von Artikel der Contraste 288)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Contraste288 Aus CONTRASTE Nr. 288 (September 2008, Seite 3)

DAS PROJEKT TS IN DER ALTMARK

Aktionsplattformen statt platte Aktionsformen

Im Folgenden soll es um den Stand und die Entwicklung des Projektes »TS« in der Altmark gehen. Der Text spiegelt den zustand von Mitte 08 wieder.

Tiffi Schulze, TS # Die ehemalige Grenzerkaserne mit Hallen und Freifläche sowie das ehemalige Bahnhofsgebäude wurden 2003 gekauft und »Traumschule« genannt. Eigentlich sollte diese Bezeichnung ausdrücken, dass hier ein alternativer, selbstorganisierter Lernort entstehen soll, an dem junge Menschen nicht bevormundet werden, indem sie beispielsweise zur Schule geschickt oder zum Besitz ihrer Eltern gemacht werden. Dies ist durchaus noch ein Anspruch von vielen hier, allerdings zeigte sich, dass dieser Name bei einigen Leuten falsche Vorstellungen darüber hervorrief, was das hier für ein Ort sein sollte: Freie Schule, Home-School-Familienparadies, (esoterische) Kommune oder Wohnprojekt. Deshalb die jetzige Umbenennung in »TS«.

Bis jetzt befand sich das Gelände auch in Privathand. Doch das soll sich mit der Übertragung an die »Stiftung Freiräume« ändern.(Ist mittlerweile(09)passiert). Dabei ist die selbst gegründete nicht rechtsfähige Unterstiftung »Ungewohnt« die Verwalterin. Die Idee der »Stiftung Freiräume« ist die rechtliche Sicherung offener Räume, die dauerhafte Verhinderung von Re-Privatisierung und Kommerzialisierung. Für die »TS« stellt die Überschreibung die Konsequenz der schon immer angestrebten Freiheit von Privaträumen dar. Schließlich handelt es sich hier nicht um ein gewöhnliches Wohnprojekt, sondern in erster Linie um eine politische Projekt-Plattform, das heißt, es soll unter anderem die Infrastruktur für Projekte organisiert werden, sodass sich jedeR, gemäß ihrer Fähigkeiten und Ideen nach Absprache einbringen kann.

Platz genug für viele (neue) Leute ist vorhanden. So gibt es zum Beispiel einen Kreativ-Bastel-Raum, eine Bibliothek, verschiedene Spielräume, ein Büro, einen Infobus, aktionstaugliche Fahrzeuge, verschiedene Lager und Werkstätten u.v.m. Es gibt noch viele Räume, die ungenutzt sind und die Möglichkeit bieten, tolle neue Ideen umzusetzen. Viele der Materialien fanden in der Vergangenheit Verwendung bei politischen Camps und Aktionen. Auch auf dem Grundstück selbst fanden schon Camps (wie das Anti-Jagd-Camp letztes Jahr) und andere Veranstaltungen statt und sollen auch in Zukunft möglich sein. Damit hier eine dauerhafte Aktionsplattform entstehen kann, ist allerdings noch viel Arbeit nötig.

Schließlich befindet sich momentan noch fast alles im Zustand einer permanenten Baustelle und viele Ideen wurden noch gar nicht in Angriff genommen. Das liegt auch daran, dass sich zu wenige Leute kontinuierlich oder auch zeitweise an den Arbeiten beteiligen. So gibt es auch noch ein ganzes Bahnhofsgebäude, dass dringend instandgesetzt werden müsste und ein Aktionsmobil, das die Schreinerei blockiert.(kann mittlerweile(09)fahren). Wer Lust hat, behilflich zu sein, oder eigene Ideen umsetzen will, ist willkommen.

Die meisten unserer Materialien sind recycled, was neben der geringen Anzahl an Leuten auch ein Grund ist für den Low-Level vor Ort. So zum Beispiel bestehen die Aktionsräder aus Altmaterial. Dahinter steht jedoch keine primitivistische oder Schenker-Ideologie. Die relative Offenheit des Projektes bedeutet nicht, dass es keine politischen Ansprüche gäbe und mensch sich nicht mit den anderen Anwesenden und ihren Befindlichkeiten auseinandersetzen müsste. Strukturelle Herrschaftsmechanismen wie Rassismen, (Hetero-) Speziesismus, Lookismus und der ganze beschissene Rest sollen aufgedeckt und ihnen entgegengewirkt werden.

Wichtig ist zu betonen, dass das hier keine Kollektivmeinung darstellt, da es diese in der »TS« nicht gibt. Verschiedene Leute haben unterschiedliche Schwerpunkte, die von Queer-Feminismus über Ökoaktivismus bis zu Kapitalismuskritik reichen. Keinen Grundkonsens zu haben, bedeutet aus unserer Sicht auch viele Probleme. Das heißt zum einen, dass je nachdem wer gerade anwesend ist, ganz unterschiedliche Ansichten vertreten werden und Sachen gemacht werden. Zum anderen bedeutet es viele Streitpunkte für Diskussionen untereinander.

Interessierte Leute können tendenziell immer vorbeikommen, vorher Ankündigen wäre besser. Macht euch gefasst auf laute Musik, eine aggressive Katze und viel Unordnung.


Das »TS«, gegründet als »Traumschule«, liegt bei Salzwedel, direkt an der Grenze zum Wendland. Es handelt sich hier nicht um ein gewöhnliches Wohnprojekt, sondern in erster Linie um eine politische Projekt-Plattform, das heißt, es soll unter anderem die Infrastruktur für Projekte organisiert werden, so dass sich jedeR, gemäß ihrer Fähigkeiten und Ideen nach Absprache einbringen kann. Contraste 250/251

http://de.groups.yahoo.com/group/contraste-list/message/4588


<<< zurück zur Traumschule