Coming Together/Umgang Miteinander

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Hier sollen einige konkrete Bausteine für einen anderen Umgang miteinander gesammelt werden. Als Anregung für Aktionen, Plena usw. - sozusagen Flyervorlagen.


Passt aufeinander auf - einige Gedanken zum Umgang miteinander

Passt aufeinander auf - Pass auf dich selber auf - Seid füreinander da - Nehmt euch Zeit füreinander


Queer-feministische Räume für einen anderen Umgang miteinander und nicht zuletzt praktisches Gestalten...

Queer-feministisch bedeutet für uns die Norm der Heterosexualität und des Systems der Zweigeschlechtlichkeit zu hinterfragen. Gleichzeitig wollen wir vermeiden, dass die real existierende Benachteiligung von Frauen und Homo-/ Bi-/ Transsexuellen u.a. aus dem Blickfeld gerät. Für die Vielfalt menschlicher Beziehungen und Sexualitäten sind uns Schubladen wie Frau/Mann, hetero/homo einfach zu eng; Sorry, wir können nicht anders.

Villen statt Schubladen!!!

Wir wollen einen Ort, wo wir an den Formen unseres Beisammenseins und dem Aufbrechen fremdbestimmter Strukturen arbeiten können - einen Ort, wo das, wofür wir kämpfen, vielleicht im Kleinen ein wenig erlebbar gemacht werden kann.

Wir alle sind zutiefst von Hierarchien geprägt und nur weil wir dies erkennen, heißt das noch lange nicht, dass wir uns von ihnen freimachen können. Unsere Sexismen, Rassismen, Homophobie, Antisemitismen usw. sind ein Teil von uns, wir können sie nicht einfach an der Türe ablegen. Eine sich als emanzipatorisch verstehende Praxis muss darum vor allem in Auseinandersetzung mit uns selbst ansetzen. Erst wenn wir uns dieser Strukturen bewusst sind, können wir versuchen daran zu arbeiten und uns davon zu befreien.

Daher soll bei dieser Raumaneignung die praktische und theoretische Auseinandersetzung über Normierung von Raum sowie den damit verbundenen allzu oft rassistischen, männlichen und heteronormativen Verhaltenweisen im Vordergrund stehen. Im Sinne queerfeministischer Intervention und anti-heteronormativer Aktion wollen wir uns Raum jenseits von Sexismus und Mackertum aneignen und etablieren.

Raum für verschiedene selbstbestimmte, kollektive Wohnformen für alle Gender mit und ohne Kinder, offene Werkstätten, Theater Labors, KostNix Laden, Proberäume etc. ein Stück jenseits der Verwertungslogik!


Für Aktionen

Wichtig bei Aktionen ist es nicht nur, dass wir ein Bild von der Alternative entwickeln, sondern auch, dass die Alternative ein Stück weit spürbar wird, vor allem indem wir anders miteinander umgehen.

Grenzen

  • Schau auf deine Grenzen und respektiere auch die der anderen.
  • Nimm Rücksicht auf andere! Bedenke, wie es anderen mit deinen Aktionen gehen könnte.
  • Müssen andere vielleicht die Konsequenzen deines Handelns ausbaden?
  • In diesem Raum sollten sich auch Kinder wohlfühlen können.
  • Versuche deine Grenzen offen und direkt zu kommunizieren.
  • Lass anderen auch ihre Ruhe; respektiere Rückzugsräume.

Coolness

  • Hast du das Gefühl stark sein zu müssen, eine coole "Maske" aufsetzen zu müssen?
  • Hast du das Gefühl etwas nicht ansprechen zu können?
  • Ist es dir wichtig für cool gehalten zu werden? - Wofür, von wem und warum?
  • Geht es dir um ein gemeinsames Lernen und tun hier, oder um Anerkennung durch Abgrenzung und Dominieren von anderen?
  • Nimmst du auch die Bedürfnisse anderer wahr oder bloss ihre Argumente?

Aktionismus

  • Schau nicht nur auf Ergebnisse, sondern auch darauf, dass auf dem Weg dorthin andere nicht übergangen werden.
  • Gib anderen Leuten Anregungen, aber dränge ihnen keine Aktionen auf.
  • Sprich mit anderen, bevor es mal wieder schnell gehen muss und keine Zeit zum Diskutieren bleibt (Ängste, Wünsche, Bedürfnisse).
  • Vergiss nicht, dass Menschen ihre Positionen weiterentwickeln und niemensch linksradikal geboren wurde.
  • Tu nicht so als wäre die Aktion toll, wenn du dich in Wirklichkeit unwohl fühlst.
  • Auch rund um Aktionen gibt es genügend wichtige Dinge zu tun ohne unmittelbar dabei zu sein.(emotionaler support, Rückzugsräume betreuen, Erste Hilfe, Nachbereitung)

Alkohol und andere Drogen

  • Willst du wirklich in diesem Rahmen austesten wieviel du verträgst?
  • Willst du dir Mut antrinken, Schwächen verdecken?
  • Wie wäre es stattdessen mit anderen über deine Gefühle und Ängste zu reden?
  • Hab dich unter Kontrolle, weils für andere mühsam ist sich um Alk-Leichen zu kümmern!
  • Illegale Drogen bei Aktionen verursachen unerwünschte Nebenwirkungen im Kontakt mit den FreundInnen und HelferInnen! Erspar dir den Stress.

Umgang mit Information

Plenum

Es reden immer die gleichen, die meisten sind frustriert und nichts klappt ...
  • Willst du am Plenum deinen Bekanntheitsgrad steigern und dich wichtig machen, willst du dich dort distanzieren und deinen Frust loswerden, oder willst du Aktivitäten vernetzen und Informationen zusammenfliessen lassen?
  • Muss bereits Gesagtes wiederholt werden, damit auch du wahrgenommen wirst ("Ego-Punkte sammeln")? - Du kannst Zustimmung und anderes auch durch Handzeichen ausdrücken.
  • Hast du eine Idee und möchtest du andere dafür begeistern? Hast du vor dem Plenum auch einen Termin und einen freien Raum für ein Treffen rausgesucht?
  • Muss wirklich alles am Plenum geplant und entschieden werden? Reicht es nicht, wenn alle die Möglichkeit haben, an einem ensprechenden Planungstreffen teilzunehmen?
  • Welche Treffen es gibt, wo und wie mitgemacht werden kann erfährst du am Infopoint / an den Infowänden.
  • Für Plenum gilt: "We are free to disagree." Wir muessen nicht alle einer Meinung sein und koennen uns trotzdem respektieren. - Brauchen wir wirklich immer Einfalt, oder ist nicht Vielfalt oft besser?
  • Können manche Punkte nicht vielleicht besser in einer Kleingruppe besprochen werden? Im Zweifelsfall: andere fragen!


Arbeits-, Bezugs- und Interessengruppen

Infowände

Alle tun was, aber keins weiss, was los ist ...
  • Willst du allein mit deinen engsten Freund*innen zusammen was tun, oder willst du auch andere einbeziehen?
  • Information ist Macht - Informationen teilen beugt Hierarchien vor!
  • Willst du Verknappung von Wissen und Copyright, oder Kostenlosigkeit und Überfluss?
  • Wände sind zum kommunizieren da...
    • Workshopwand: Workshops / Interessengruppen / Gesprächskreise zu bestimmten Themen
    • Planungswand: Arbeitspläne, Zeitpläne, Mitwirkende, Ansprechpersonen, Lagepläne
    • Skillsharingwand: Was kann ich anderen beibringen? Welche Skills werden benötigt?
    • Newswand: Nachrichten-Ticker, alles was für viele interessant ist (chronologisch)
    • Wunschwand: Was wünsch ich mir? Warum bin ich hier?
    • Kritikwand: Was will ich nicht? Wovor hab ich Angst?
    • Utopiewand: Was ist meine Utopie? Wo will ich hin?
  • Vergiss nicht: Das Teilen von Information muss von dir ausgehen; du wirst nicht nach Informationen gefragt, die niemensch bei dir vermutet.

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