Computer-Hardware

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Was ist Computer Upcycling?

Beim Upcycling von Computern geht es um die Aufarbeitung gebrauchter Computer mit dem Sinn der Wiederverwendung. Dies ist auch ein erklärtes Ziel der Politik. Bei der Wiederverwendung gebrauchter Computer werden — im Gegensatz zur Anschaffung neuer Hardware — erhebliche Mengen Primärenergie eingespart.


Was heisst alt?

Im Laufe der Jahre hat sich ein Wechselturnus für Computerhardware ergeben, der mit gesetzlichen Abschreiberegelungen korrespondiert. In Deutschland können Geschäftsleute ihre Computerhardware in der Regel nach 3 Jahren austauschen, weil dann die steuerlichen Vorteile voll greifen. Wissenschaftseinrichtungen und Hi-Tec-Unternehmungen nutzen ihre Hardware oft kürzer.

Geräte, die erst zwei bis drei Jahre alt sind, können durchaus als normale Arbeitsstationen weitergenutzt werden, wenn man beachtet, dass der Ressourcenverbrauch der Software an das Alter der Hardware angepasst ist. Dabei mag es naheliegen, Software aus der Zeit einzusetzen, die aus der gleichen Zeit wie die Hardware stammt. Dies ist aber hauptsächlich aus sicherheitstechnischen Gründen nicht zu empfehlen, da solche Software meist nicht mehr vom Hersteller gewartet und entsprechend auch kritische Sicherheitslücken nicht mehr gestopft werden. Hierzu zählen insbesondere die Betriebssysteme Microsoft Windows 95, 98, ME und NT, aber auch IBM OS/2, Linux-Distributionen mit Kernels aus der Serie 2.0 oder älter.

Im Bereich der freien Betriebssysteme haben sich Projekte gebildet, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, neue Software auf alter Computerhardware in akzeptabler Geschwindigkeit ablaufen zu lassen. Die Programme bzw. Programmsammlungen ("Distributionen") werden meist um aufwendige Grafiken und rechenintensive Fenstermanager erleichtert bzw. erst gar nicht damit versehen.

Häufig ist es so, dass Nutzer nur geringe Anforderungen an einen PC haben. So benötigt eine Bürokraft mit den heute üblichen Büroanwendung, bestehend aus Text-, Tabellen- und Bildbearbeitung, E-Mail und Webbrowser kaum mehr als einen Rechner mit 500 Mhz. Die Vorraussetzung ist jedoch, daß auch das Betriebssystem zu diesem Rechner passt.

Was heisst also wirklich alt?

Derzeit sind Rechner mit mehr als 2 GHz Taktfrequenz üblich, aber man kann auch auf Rechnern mit 300 oder 500 MHz ganz gut arbeiten, vorausgesetzt man verwendet ein geeignetes Betriebsystem und eine schlanke Benutzeroberfläche. (z.B. ein BSD oder Linux mit einem schlanken Window Manager oder Desktop Environment wie z.B. XFCE, ROX, etc.).

Aber auch mit einem Pentium (ab ca. 66 MHz) mit ausreichend Speicher kann man noch arbeiten, wenn man z.B. Linux und eine besonders schlanke grafische Oberfläche oder stattdessen die Textkonsole benutzt.

Mit einem 486er Prozessor lässt sich noch ein ISDN-Router bauen, ältere Hardware ist inzwischen schon eher selten geworden.

Was kann man mit alter Hardware noch machen?

Da gibt es viele Dinge. Vor allem kann man eines: Alte Hardware einsetzen! Aber selbst wenn sie sich dafür dann trotzdem nicht so prächtig eignen sollte, muß man nicht gleich neue Hardware kaufen. Mit einem Upgrade statt Neukauf erreicht man die gewünschte Funktionalität meistens wesentlich günstiger und oft auch ohne große Neuinstallation.

Bei richtig alter, aber deswegen trotzdem noch nicht wertvoller oder kaputter Hardware gibt es auch noch viele Möglichkeiten sie Alte Hardware zu einem anderen Zweck als dem ursprünglich vorgesehenen einsetzen..

Wenn man aber einfach will, daß alte Rechner als solche noch sinnvoll verwendet werden, man aber selbst keinen Bedarf dafür hat, so kann man alte Hardware spenden und damit die digitale Kluft zwischen armen und reichen Ländern mindern oder sozial Schwachen helfen, den Anschluß an die vernetzte und multimediale Welt nicht zu verlieren.

Was ist bei der Abgabe alter Hardware zu beachten?

Häufig werden alte Computer über das Internet verkauft oder anderweitig an fremde Personen abgegeben. Hierbei ist zu beachten, dass man die Festplatte(n) vorab löscht. Hierbei reicht es nicht die Festplatte zu formatieren, da die Daten bei einer Formatierung auf der Platte verbleiben. Man kann eine Formatierung mit einer Löschung des Inhaltsverzeichnisses eines Buches vergleichen.

Daher gibt es mehrere internationale Standards, wie man Festplatten zuverlässig löschen kann. In Deutschland gibt es zwei vom Bundesamt für Informationstechnik empfohlende Standards:

  • VSITR — für Verschlußsachen
  • BSI — für Daten bis zur Sicherheitsstufe "streng geheim"

Professionelle PC-Aufbereitungsfirmen bieten darüber hinaus oft us-amerikanische und weitere europäische Standards an.

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